JESSICA GLAUSE //

HELLELFENBEIN

Ein doku-fiktionales Projekt im Berlin Stadtraum mit Berliner TaxifahrerInnen

Eine Produktion von Jessica Glause und Olivia Wenzel. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. In Kooperation mit TAK

PREMIERE 13. Mai 2015

TAK Berlin Kreuzberg

Mit: Sechs Berliner TaxifahrerInnen

Künstlerische Leitung: Jessica Glause & Olivia Wenzel

Ausstattung: Jil Bertermann

Presse: björn & björn

Mit dem doku-fiktionalen Theaterprojekt HELLELFENBEIN - Sechs Berliner Kurzstrecken  laden die Regisseurin Jessica Glause und die Autorin Olivia Wenzel zu Taxifahrten durch die Hauptstadt und werfen einen kritischen Blick auf Deutschland und seine Einwanderungspolitik: sechs FahrerInnen mit migrantischem Hintergrund erzählen auf der Fahrt aus ihrem Leben als FacharbeiterInnen und Akademikerinnen in ihrer Heimat, dem bürokratischen Akt der Einwanderung und ihrem heutigen Alltag am Steuer. Dabei wird das Taxi zum Begegnungsort und zum lebendigen Archiv urbaner Realitäten und Geschichten. Tausendfach werden sie tagtäglich gerufen: Berliner Taxis. Hinter dem Steuer eine unbekannte Person, oftmals mit Migrationsgeschichte. Die Konversation beschränkt sich in den meisten Fällen auf ein Minimum. Es herrscht ein buchstäblich stillschweigendes Abkommen zwischen Fahrer und Fahrgast.

Mit dem doku-fiktionalen Theaterprojekt HELLELFENBEIN - Sechs Berliner Kurzstrecken geben Jessica Glause und Olivia Wenzel einer Berufsgruppe eine Stimme, die viel zu erzählen hat. Nicht nur beschränkt auf die Erfahrungswelt des Taxi-Alltags, sondern Lebensgeschichten, geprägt von einer anderen Heimatwelt, fremden Kulturen und Sprachen, einem neuen Leben in Deutschland mit all seinen bürokratischen Fallstricken. Dabei haben viele TaxifahrerInnen einen ganz anderen beruflichen Hintergrund nach Deutschland mitgebracht: sie sind AkademikerInnen und FacharbeiterInnen. Doch hängt ihre berufliche Anerkennung von einer langwierigen Gleichwertigkeitsprüfung ab - festgelegt im Zusatz des novellierten Zuwanderungsgesetzes von 2012. Nur die wenigsten Ausbildungs- und Studienabschlüsse sind in Deutschland anerkannt und kommen für eine Blue Card in Betracht. Viele Einwanderer finden in fremden Arbeitsbereichen Beschäftigung, wie zum Beispiel als Taxifahrer.

HELLELFENBEIN - Sechs Berliner Kurzstrecken stellt ihre Geschichten in den Vordergrund. Ausgehend von Interviews mit TaxifahrerInnen ausländischer Herkunft und beruflichen Qualifikationen jenseits der Personenbeförderung werden bei Fahrten durch die Hauptstadt sechs Lebenswege im intimen Raum des Taxis skizziert. Während Häuser und Stadtleben an den Fensterscheiben vorbei gleiten, erzählen die FahrerInnen von einer anderen Lebensrealität: was heisst es, wenn das absolvierte Studium oder auch die fachliche Ausbildung plötzlich nichts mehr wert ist? Was hat sie nach Deutschland gebracht? Welchen Weg haben sie zurückgelegt, welcher liegt vor ihnen? Das doku-fiktionale Projekt schlägt eine Brücke zwischen Fahrersitz und Rückbank und durchbricht die vierte Wand des Gefährts. An festgelegten Punkten in der Stadt wechseln die Fahrgäste das Taxi - und steigen ein in ein weiteres Leben. Sechs mal Kurzstrecke bitte!

 

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