JESSICA GLAUSE //

DEAR MOLDOVA, CAN WE KISS JUST A LITTLE BIT? (2013)

Ein Projekt von Nicoleta Esinencu und Jessica Glause 

Teatrul Spalatorie, Republik Moldau

Regie: Jessica Glause
 Text: Nicoleta Esinencu

Ausstattung: Pavel Braila, Pascale Martin


Licht: Jan Maria Lukas

Mit: 
Elena Anmeghichean, Vladimir Anmeghichean, Ion Borș, Alexandru Frolov, Eugen Gînju, Galina Murzin

Link zu vimeo: TRAILER

www.spalatorie.md

Mit Unterstützung der Allianz Kulturstiftung, dem Goethe Institut, der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Staatsschauspiel Dresden

GASTSPIELE:

- GEWINNER PUBLIKUMSPREIS 2014

1. Bürgerbühnenfestival. Ein deutsch-europäisches Theatertreffen am Staatsschauspiel Dresden am 23.05.2014

- Radikal Jung, Münchner Volkstheater am 8./09./10.04.2014

- Staatsschauspiel Dresden am 02.07.2013

„Legalisierung von Homosexualität in unserem Land! Ich bin der Erste, der sie ertränken wird! Wir haben den Hafen im Süden mit den verrosteten Schiffswracks. Sperrt sie in die Tanks und [bringt sie] weit raus auf hohe See!

Fiodor Ghelici, NRO Moldova Mea, 2012

Sechs Menschen aus Chisinau treten zum ersten Mal auf die Bühne, um öffentlich über ihre eigene homosexuelle Orientierung, die ihrer Eltern, Kinder und Familienangehörigen zu sprechen. Basierend auf Interviews, die die Autorin Nicoleta Esinencu und Regisseurin Jessica Glause mit Travestiten, Aktivisten, Lesbians, Gays, Eltern und Kinder geführt haben, entsteht ein Theaterabend, der beleuchtet, was es für den Mikrokosmos Familie und Makrokosmos Gesellschaft in Moldau bedeutet öffentlich „gay“ zu sein. 


Welche persönlichen Beweggründe haben zu einem coming out geführt? Was sind die Folgen der Entscheidung sich in der Republik Moldau zu outen? Wie geht die Politik und Gesellschaft mit dieser sexuellen Minderheit um?

Homosexualität ist eines der größten Tabuthema in Moldau. Bedrohungen, Erpressung von Polizisten, Diffamierungen von Freunden und Familienmitgliedern, Mobbing oder gar Entlassungen durch den Arbeitgeber – mit Schikane und Repression müssen Mitglieder der sexuellen Minderheiten tagtäglich rechnen.

 Über 90 Prozent der moldauischen Bevölkerung sind christlich-orthodox. Schwule und Lesben werden als Bedrohung der traditionellen Familie gesehen: Von Seiten der Politik kann kein Schutz erwartet werden, ganz im Gegenteil: Öffentliche homophobe Diskurse bringen in Moldawien Wählerstimmen ein.

 

PRESSESTIMMEN

DEUTSCHLANDRADIO KULTUR. 12.03.2013 Thema im Radiofeuilleton:

"Ich bin schwul Mama, verzeih mir": Eine deutsche Regisseurin inszeniert in Moldawien ein Dokumentartheaterstück zum Thema Homosexualität. Ein Gespräch mit Jessica Glause.

Link zum Interview auf Deutschlandradio Kultur

Nachtkritik am 13.04.2014 von Michael Stadler:

Geknutscht wird ohne Klassiker

[…]Glause macht dokumentarisches Theater, wie man es hierzulande etwa von Rimini Protokoll kennt. Unter den Laien: ein alter Opernsänger, der von seinen Liebschaften erzählt, oder die Eltern eines schwulen Sohnes, die mit sich ringen, um zuletzt ihren Sohn so zu nehmen wie er ist. Wie sie das alles erzählen, das ist anrührend unaufgeregt. Und während sie ein komplexes Bild ihrer Welt zusammenstückeln, schnippeln sie im Küchenambiente Gemüse, fangen an zu kochen – und laden am Ende die Zuschauer ein, mit ihnen Borschtsch zu essen.

Kulturvollzug am 10.04.2014 von Ana Maria Michel:

Küssen dürfen – ohne vorher um Erlaubnis zu bitten

[…]Gleichgeschlechtliche Liebe ist in ihrem Land ein Tabu. Sie gilt als Fehler der Natur und als Laster. Homosexuelle werden bedroht, misshandelt, schikaniert und ausgegrenzt - ein schwieriges Theater-Thema. Doch Glause macht daraus einen tatsächlich unterhaltsamen Theaterabend mit äußerst sympathischen Darstellern. Die beweisen Mut, indem sie offen über die Situation von Schwulen und Lesben in Moldawien sprechen und nicht davor zurückschrecken, eine Reaktion zu provozieren. Sowohl im homophoben Moldawien als auch im vergleichsweise liberalen Deutschland werden die Zuschauer dazu gebracht, ihre Grenzen zu hinterfragen oder zu überprüfen, wie weit ihre Offenheit tatsächlich reicht. Dem Stück fehlt es weder an Courage noch an Humor.[…]

CRITICATAC, PETER HAZE

Die Charaktere dieses Stückes (…) sind im Wortlaut des Stigma " verseucht". (...) eine Art gemeinsam inszeniertes Coming-out, dass auf eine expressive Weise mit den Ressourcen der Kunst präsentiert wird.

Die Tatsache, dass das Stück zeigt, (…) dass diese Menschen existieren, dass sie unter uns sind; dies ist genug, um unsere Augen zu öffnen, um zu sehen, (...)  um den Geist zu entsperren , zu erkennen und zu akzeptieren, dass sie sind und wie sie sind, in ihrer Menschlichkeit.

Dear Moldova, putem sa ne pupam putin de tot? ist nicht (nur ) ein Stück über Homosexualität. Es ist ein Stück über uns, darüber wen und was wir akzeptieren (oder nicht) und darüber, dass wir uns nicht in eine schützende Unwissenheit und heuchlerische Moral wickeln können. Es ist ein Stück, das uns die Welt der Menschen sichtbar macht.

www.criticatac.ro: KRITIK CRITICATAC

http://www.ziarulnational.md: KRITIK ZIARUL NATIONAL

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